Ringe schmieden Chefin Tresen Atelier
17. August 2018

Ringe selber schmieden in Melle

Birgit von Lindern ist Goldschmiedin. In Melle, nahe Osnabrück, führt sie „Die Traumschmiede“. Hier können sich Paare sogar selbst Ringe schmieden. Und genau das haben wir uns mal genauer angeschaut.

Alles auf einen Blick

Melle

Zu Besuch bei Birgit von Linderns "Die Traumschmiede"
Landkreis: Osnabrück
Einwohner: 46.000

Ringe schmieden Holzklotz Hammer
In der "Traumschmiede" von Birgit von Lindern können sich Verliebte ihre Ringe selber schmieden. Hach.

Ob elegant aus Gold, rustikal mit Holz, oder zweifarbig verspielt mit Brillanten – in den Vitrinen in Birgit von Linderns Atelier glänzen Schmuckstücke in allen Variationen. Stücke "für immer" fertigt sie dort an und gibt den Menschen, die zu ihr kommen, auch die Möglichkeit, selbst kreativ zu sein. „Der beliebteste meiner Kurse ist der Trauringkurs für Paare“, sagt die junge Frau. Vier bis sechs Stunden sitzen Verliebte dann in der Werkstatt der „Traumschmiede“, um ihre Wunschringe anzufertigen.

Ich bin keine Schmuckträgerin. – Goldschmiedin Birgit von Lindern –

Jedoch kommen nicht nur frisch Verliebte zu Birgit von Lindern. Einige arbeiten ihre Eheringe zur Silberhochzeit um oder fertigen ganz neue an. „Ich hatte mal ein Goldpaar, das sich bei mir neue Ringe geschmiedet hat, weil der Ehemann seinen Ring auf der Jagd im Wald verloren hat. Die beiden waren über 80 und immer noch glücklich“, erinnert sich Birgit von Lindern an ihre bisher ältesten Kursteilnehmer. Zum Glück anderer Menschen beizutragen ist einer der Gründe, warum sie ihre Arbeit liebt. Sie selbst sei keine Schmuckträgerin, gibt die Mutter von zwei Kindern zu, aber „ich mag das Handwerk gern“.  Das Strahlen ihrer Kunden, wenn sie die fertigen Ringe in den Händen halten, bestärke sie darin.

Traumschmiede Backhaus in Melle
Vor acht Jahren hat sich die 32-Jährige selbstständig gemacht – und das an einem ganz besonderen Standort. Ihre „Traumschmiede“ ist ein altes Backhaus aus dem Jahr 1572, das 1988 wiedererrichtet wurde. Das kleine, dreistöckige Fachwerkhäuschen liegt, umgeben von Bäumen und Wasser, mitten im romantischen Grönenbergpark. Der perfekte Ort für traditionelles Handwerk und für Verliebte.
Traumschmiede Birgit von Lindern Frau Tasse

Birgit von Lindern bietet in ihrer Werkstatt nicht nur Kurse zum Schmieden von Ehe- oder Freundschaftsringen an, sondern auch klassische Goldschmiedekurse, Kinderkurse und das sogenannte „Upcycling“. Darin leitet sie die Teilnehmer an, aus der Mode gekommenen Schmuck umzuarbeiten und ihm zu neuem Glanz zu verhelfen.

Traumschmiede Backhaus Ausstellungsraum Ringe
„Mich kreativ ausleben zu können, eigene Ideen umzusetzen und mit Menschen zusammen zu arbeiten macht mir so viel Spaß“, erklärt Birgit von Lindern, die ihrem Motto „Es gibt nichts, was es nicht gibt“ treu bleibt. Ihre eigenen, handgefertigten Schmuckstücke stellt sie auf Ausstellungen und im alten Backhaus aus und bietet sie dort zum Verkauf an.
Ringe schmieden in Melle mit Birgit von Lindern in der Traumschmiede.
Jedes Stück entsteht in den Händen der Goldschmiedin. Auch wenn Kunden den Laden betreten, können ihre Kursteilnehmer oben in der Werkstatt ungestört weiterarbeiten. Eine zusätzliche Mitarbeiterin beschäftigt Birgit von Lindern in ihrer „Traumschmiede“. Grundsätzlich gilt für die Goldschmiedin: „Ich möchte mir Zeit für die Paare nehmen, während sie hier sind. Daher nehme ich grundsätzlich nie mehr als ein Paar pro Tag an.“

Romantik Wochenende

Jeden Arbeitsschritt begleitet sie und übernimmt die schwierigen Arbeiten zum Schluss selbst. Damit sie neben ihren Kursen noch Zeit für die beiden fünf und zwei Jahre alten Kinder hat, arbeitet sie viel von zuhause aus. „In unserem Fachwerkhaus gibt es eine volleingerichtete Werkstatt und dort gebe ich auch die Kurse für größere Gruppen“, erzählt sie.

Ringe schmieden Atelier Schmuck
Ringe schmieden in Melle Frau am Tresen

Birgit von Lindern überlegt, zukünftig „Romantik-Wochenenden“ anzubieten. „Das ist aber Zukunftsmusik und noch nicht zu Ende gedacht“, fügt sie schnell hinzu und lächelt. Momentan bemüht sie sich darum, ihren Online-Shop auszubauen. Viel Zeit bleibt ihr dafür neben den Kursen nicht, denn sie weiß: „Heutzutage trauen sich Paare wieder vor den Altar.“

Trau(m)ringe mit persönlicher Note

Eheringe haben von Grund auf eine besondere Bedeutung, aber steigt der emotionale Wert, wenn sie selbstgemacht sind? Heike Bruns und Michael Pawela aus Wallenhorst im Kreis Osnabrück finden es in der „Traumschmiede“ heraus und wir waren dabei! 😉

Ringe schmieden Paar
Das sind Heike und Michael. Das Paar schmiedet sich in Birgits Traumschmiede seine Trauringe selbst.

Ein Silberring mit Hammerschlagoptik soll es sein. Nicht zu verspielt, aber mit einem funkelnden Brillanten im Damenring. Das Paar, das seit fast zehn Jahren zusammen ist, hat sich bereits im Vorgespräch mit Birgit von Lindern entschieden, wie genau die Trauringe aussehen sollen. „Uns gefiel einfach kein Ring von der Stange so hundertprozentig“, erklärt Heike Bruns ihre Entscheidung, die Ringe selbst zu kreieren und auch zu schmieden.

 

Paar schmiedet sich Eheringe selbst
Schmieden macht glücklich: Heike und Michael hämmern fleißig, damit ihre Trauringe am Ende des Tages richtig rund sind.
Ein Paar schmiedet sich Eheringe selbst
Hilfestellung: Die Handhabung der Werkzeuge erklärt Birgit von Lindern ihren Schülern genau.
Eheringe selbst schmieden
Halbfertig: Das Brautpaar hat noch ein bisschen Arbeit vor sich.
Eheringe selbst geschmiedet
Tadaaaa! Geschafft: Die Wunschringe sind fertig, jetzt kann geheiratet werden.
Ringe schmieden Gravur
Nach dem Polieren übergeben Heike und Michael die Ringe an Birgit von Lindern, die mit Gravur und dem Einsetzen des Brillanten den Abschluss macht. Das Paar ist sich einig, dass bei seinen selbstgemachten Trauringen nicht der Materialwert, sondern der emotionale Wert der Schmuckstücke im Vordergrund steht.
Credits

Text: Friederike Husmann
Fotos: Friederike Husmann, Birgit von Lindern, Anja Sünderhuse

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