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30. Januar 2019

Ihr bekommt ein Knöllchen

Rote Beete - die Power-Knolle

Ihr habt bislang einen großen Bogen um die roten Rüben gemacht? Das ändern wir jetzt! Denn wer das Wintergemüse nur sauer eingelegt oder aus dem Heringssalat kennt, verpasst was. Gebacken, gebraten, roh geraspelt, im Eintopf, im Auflauf und sogar als herzhaftes Panna cotta schmeckt sie köstlich und macht auch noch eine gute Figur! Alles Wissenswerte über die Knolle lest ihr hier.

Dass Rote Beete immer beliebter wird, macht sich am Beratungstelefon der Niedersächsischen Gartenakademie bemerkbar. „Es gibt wieder mehr Leute, vor allem junge Mütter, die Rote Bete gern im eigenen Garten ernten möchten“, sagt Mechtild Ahlers, Fachberaterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Eine erfreuliche Entwicklung, wissen doch die Gartenprofis aus Oldenburg um die guten Werte des lange verkannten Gemüses. Wichtig zu wissen für Einsteiger: „Die Rote Beete gehört zu den sogenannten Schwachzehrern, sie stellt keine hohen Nährstoffansprüche und gedeiht auf fast allen Böden.“ Bei zu viel Düngung entwickelt sie allerdings mehr Blattwerk und weniger Knolle.

Rote Beete

Rote Beete wird in niedersächsischen Küchen immer beliebter. Sie ist sehr gesund und außerdem macht sie auch noch eine gute Figur: Die Knolle ist kein Dickmacher und hat gerade einmal 43 Kalorien pro 100 Gramm. Dafür aber umso mehr wertvolle Inhaltsstoffe.

Schnell gelesen: Rot, rund und sooo gesund!

Das Gemüse aus Urgroßmutters Zeiten punktet mit einem hohen Anteil an Mineralien und Vitaminen wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Jod, Natrium, dazu Vitamin C, Vitamin-B-Komplexe und
das Provitamin A. Außerdem enthält Rote Beete bei geringem Fettgehalt viel Eiweiß und Kohlehydrate – und hat einen hohen Folsäuregehalt.

Das Glycosid Betanin, der rote Farbstoff in der Rübe, ist besonders wertvoll und gehört zu den Flavonoiden. Rote-Beete-Saft soll durch seinen vergleichsweise hohen Nitratgehalt blutdrucksenkend wirken.

Rote Beete
Nicht nur in den Privatgärten, auch im gewerblichen Gemüseanbau erlebt die rote Knolle eine Renaissance. In Niedersachsen hat sich die Anbaufläche in den letzten Jahren stetig ausgeweitet.

Tipps für knackige Knollen

Rote Beete sollte nicht zu früh gesät werden. „Dann wird die Rübe schnell zu groß und massig – die geschmacklich bessere Qualität haben die kleineren Knollen“, weiß Mechtild Ahlers. Spätestens bis zum 20. Juni sollten die Samen aber in Reihen von 30 Zentimeter Abstand ausgesät werden. Nach acht bis 14 Tagen keimt die Beete. Umpflanzen verträgt sie nicht, zu engstehende Pflänzchen rät die Gartenexpertin auf acht bis zehn Zentimeter Abstand zu verziehen. Im bäuerlichen Nutzgarten im „Park der Gärten“ hat man gute Erfahrungen mit den Sorten ‘Rote Kugel 2’, ‘Pablo F1’ und der länglichen ‘Forono’ gemacht. Nach der Ernte (vor dem Frost) hat Beta vulgaris, so der lateinische Name, ihren Auftritt als perfektes Lagergemüse: Frostsicher, aber kühl aufbewahrt, liefert sie wochenlang Vitamine in der dunklen Winterzeit. Nur nicht im warmen Keller lagern – da wird die knackige Knolle schnell schrumpelig. Besser ist es, sie gut abgedeckt in kühlen Nebengebäuden aufzuheben. Aber unbedingt mäusesicher verpacken! „Rote Bete ist ein echter Leckerbissen für die Nager“, sagt die Gartenexpertin.

Bio-Rote-Beete aus Uelzen

Zwei, die Bio-Rote-Beete anbauen, sind Christian und Henrich Vinnen aus Natendorf im Landkreis Uelzen. Auf dem idyllischen Hof in Wessenstedt wachsen Kartoffeln, Getreide und Gemüse auf 200 Hektar im Bioanbau. Auf 7,5 Hektar kultiviert die Vater-Sohn-GbR überwiegend die länglichen Sorten ‘Forono’ und ‘Alto’. „Für die sogenannte Scheibenware, die über eine Bio-Vermarktungsgesellschaft in die Konserven-Verarbeitung geht, eignen sich diese Sorten besser“, erklärt Christian Vinnen. Die runden Exemplare vom Hof Vinnen gehen in die Saftproduktion oder werden gekocht und vakuumiert. Ein kleiner Teil landet auf dem Frischmarkt. Von Oktober bis Mitte November läuft dort die Ernte. Aus dem Boden geholt werden die Rüben mit einem umgebauten Kartoffelroder. Allerdings: „Wir überlegen jedes Jahr neu, ob wir Rote Beete weiter anbauen, weil sie im Vergleich zu unseren anderen Gemüsesorten oft die wirtschaftlich schwächste Frucht ist“, räumt Christian Vinnen ein. Er selbst ist aber ein echter Rote-Beete-Fan: „Ich liebe dieses Gemüse sehr!“
Rote Beete
Lecker!

Wahrscheinlich habt ihr jetzt Heißhunger auf Rote Beete! Wir haben einen leckeren Rote Beete-Salat mit Früchten für euch.

Rote Beete
Credits

Text: Christiane Hüneke-Thielemann

Fotos: pixabay, AdobeStock

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