Pflaume Zwetschge Schale Tisch Altes Land Rezept
16. Juli 2018

Na, du Pflaume! Zwetschen aus dem Alten Land

Jetzt ist Hochsaison für das saftig-süße Steinobst: Ob genascht, gebacken, eingekocht – die blauen Früchte sind ein Genuss. Bei uns reifen sie vor allem im Alten Land heran.

Alles auf einen Blick

Herzapfelhof

Bio-Obstbauer Hein Lühs
Herzapfelhof Lühs GmbH & Co. Kg

Osterjork 102
21635 Jork/Altes Land
Tel.: +49 (0) 41 62 / 25 48 20-0
Fax: +49 (0) 41 62 / 81 60

Pflaumen Hochsaison

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Pflaume und Zwetschge? Einer, der es wissen muss, ist Hein Lühs, Bio-Obstbauer in Jork im Alten Land. Hauptfrucht auf seinem „Herzapfelhof“ ist zwar der Apfel, aber das blaue Steinobst baut die Familie ebenfalls seit Generationen an: „Pflaumen sind runder und meist saftiger, die Zwetschen – bei uns im Norden wird das ohne g gesprochen – sind etwas länglicher, fester und lösen sich leicht vom Stein“, erzählt er. Und fügt gleich an: „Aber inzwischen gibt es so viele Züchtungen und Kreuzungen, dass die Übergänge fließend sind und man den vielen Sorten die klassischen Merkmale kaum noch zuordnen kann.“

Weltweit 2.000 Pflaumensorten

Kein Wunder: Weltweit sind rund 2.000 Pflaumensorten bekannt – in Deutschland werden für den Handel laut Erzeugerorganisation Obst und Gemüse etwa 25 verschiedene Sorten angebaut. Botanisch zählen sowohl Zwetschen als auch ihre gelben und grünen Schwestern Mirabelle und Reneklode zu den Pflaumen. Entstanden ist das saftige Spätsommerobst aus einer Zufallskreuzung zwischen Kirschpflaume und Schlehdorn.
Auf der Selbstpflückplantage der Familie Lühs wachsen auf einem halben Hektar Fläche gleich 20 verschiedene Zwetschen- und Pflaumensorten in Bioqualität heran. Ein großer Teil wandert direkt von der Hand in den Mund seiner Gäste:
Für einen sogenannten Naschtaler kann man sich in unserer Plantage so viele Früchte schmecken lassen, wie man will. – Hein Lühs –

Je nach Obstsaison gibt es außerdem immer freitags Themenführungen, und im September haben dabei die blauen Früchtchen ihren großen Auftritt.

Hochsaison Pflaumen

Endlich Zeit für saftige Zwetschen und Pflaumen. Gut, wenn die Früchte vor dem Waschen noch die typische weiße Wachsschicht haben: Die ist ein Zeichen für frische Ware und schützt das Fruchtfleisch vor dem Austrocknen.

Pflaumen

Pflaumen- und Zwetschen-Saison

Beginn der Pflaumen-und Zwetschen-Saison ist in den Hauptanbaugebieten in Südwestdeutschland oft schon Mitte Juli – in Niedersachsen sind sie je nach Witterung meist erst Anfang bis Mitte August reif. Bis in den Oktober hinein können Spätsorten wie die ‘Hauszwetsche’ geerntet werden.
Im Vergleich zur Hochburg Baden-Württemberg mit 1.500  Hektar Anbaufläche nimmt sich die niedersächsische Produktion bescheiden aus: 240  Hektar sind es im ganzen Land, weiß Martin Kockerols, Experte für Steinobst beim Obstbauversuchsring Jork.

Der größte Teil des Erwerbsanbaus von Pflaume & Co ist in Niedersachsen im Alten Land angesiedelt, spielt aber mit knapp zwei Prozent des Gesamtanbaus nur eine Minirolle in Nordeuropas größtem zusammenhängenden Obstbaugebiet.

Zuckersüß
Im Vergleich zu anderen Früchten haben Pflaumen einen besonders hohen Fruchtzuckeranteil. Von allen Sorten enthalten Zwetschen den meisten Zucker. Wegen des hohen Zuckergehalts ist der Kaloriengehalt von Pflaumen etwas höher als bei anderen Früchten: 100 Gramm enthalten etwa 47 Kalorien. Deutlich mehr Kalorien enthalten allerdings getrocknete Pflaumen, hier bringen es 100 Gramm auf etwa 225 Kalorien. Über Nacht in Wasser eingeweicht bringen Trockenpflaumen die Verdauung in Schwung.
Pflaumen und Zwetschen aus dem Alten Land
Wie viele Zwetschen- und Pflaumenbäume in den Privatgärten stehen, hat vermutlich noch niemand gezählt. Aber eines steht fest: Die Zwetsche mit ihrem festen, aromatischen Fruchtfleisch ist im Hausgarten ebenso wie im professionellen Obstanbau die wichtigste Pflaume. Und: Rund 1,2 Kilogramm des Steinobstes isst jeder Bundesbürger pro Jahr, die Hälfte davon pur. Das übrige Obst wird auf verschiedene Art verarbeitet, zu Kompott oder als Kuchenauflage. Neben ihrem Aroma haben die Früchte außerdem ein wertvolles Innenleben: Vitamine B1 und B2 sowie wichtige Inhaltsstoffe wie Eisen, Kupfer, Zink, Kalium, Natrium, Phosphor und Kalzium.
Obstbauer Lühs freut sich übrigens jedes Jahr wieder auf die Zwetschen-Zeit, nicht nur wegen des Verkaufs, sondern weil ihm das fruchtige Steinobst selbst so gut schmeckt: „Richtig leckere Pflaumen, Renekloden oder eine meiner Lieblingssorten, ‘Zimmers Frühzwetsche’ – da könnte ich mich echt reinsetzen“, schwärmt er. „Wenn die Saison haben, lass ich jeden Apfel dafür liegen.“ Und das ist bei der aromatischen Apfelvielfalt auf der Lühs‘schen 25-Hektar-Plantage nun wirklich eine große Liebeserklärung an die blauvioletten Früchtchen!

Süß, saftig, Zwetschenzeit

  • 1

    Unsere Tipps!

    Kaufen Sie die Früchte so lokal wie möglich ein. Auf dem Wochenmarkt oder vom Direktvermarkter, auch in gut aufgestellten Supermärkten gibt es oft einen Stand mit heimischer Ware.

  • 2

    Wählen Sie beim Kauf nur gut ausgereifte Früchte. Reife Zwetschen und Pflaumen geben bei Druck leicht nach und besitzen eine natürliche Wachsschicht, die beim Kauf nicht beschädigt sein sollte. Diese sogenannte "Beduftung" schützt die Früchte vor dem Austrocknen und deshalb sollte man sie erst kurz vor dem Verzehr abwaschen.

  • 3

    Pflaumen weisen eine rotblaue Färbung auf, Zwetschen eine blaue bis blauviolette. Da das Steinobst zu den Obstsorten gehört, die nach der Ernte nicht mehr nachreifen, sollte es möglichst rasch verzehrt werden.

  • 4

    Im Kühlschrank halten sich Pflaumen und Zwetschen je nach Sorte zwei bis drei Tage, maximal eine Woche.

Pflaumenkuchen am besten mit Zwetsche
Als Grundregel gilt: Frühe Früchte (Pflaumen, Mirabellen, Renekloden) am besten frisch genießen oder für kalte Speisen verwenden – beim Kochen oder Backen zerfallen manche Sorten schnell. Kompott lässt sich aber immer daraus zubereiten. Späte Sorten, vor allem Zwetschen, eignen sich am besten zum Kochen und Backen. Auch wenn es beim Bäcker Pflaumenkuchen heißt, es sind meist Zwetschen, die verwendet werden. Und fruchtig-würziges Pflaumenmus gelingt aus möglichst späten Zwetschen am besten. Sie haben ein intensives Aroma, enthalten wenig Wasser und reichlich Fruchtzucker. Das macht sie süßer als ihre frühen Pflaumen-Schwestern. Praktisch: Zwetschen lassen sich leicht entsteinen.

Frisch vom Baum

Pflaumenbaum Hochsaison

Für die blauvioletten Zwetschen und Pflaumen wie auch ihre bunten Schwestern Mirabellen und Rene-kloden gilt: Frisch vom Baum schmecken sie am besten. Und: Je regionaler Sie das Obst bekommen, desto ausgereifter und aromatischer ist es. Denn Früchte, die für den Handel produziert und geerntet sind, müssen vor allem eines sein: Schön fest und lange haltbar. Doch damit fehlt meistens auch ein Stück der typischen Süße und Saftigkeit. Obstbauer Hein Lühs baut wie viele seiner Kollegen im Alten Land deshalb seine Pflaumen und Zwetschen nicht für den Handel, sondern vor allem für Frischverzehr und Direktvermarktung an.

Kleine Sortenkunde

‘Katinka’: Die süß-aromatische Zwetsche reift ab Anfang Juli, auch geeignet zum Backen, festes Fruchtfleisch, gut vom Stein zu lösen.
‘Hanita’: Reift ab Anfang September, bis 45 Gramm schwere, saftige Frucht, sowohl zum Backen als auch für Frischverzehr gut geeignet.
‘Haroma‘: Ab Mitte September reif, schwach wachsender Baum, gut für kleine Hausgärten geeignet.
‘Habella’: Zählt geschmacklich zu den besten Spätsorten, ist jedoch anfällig für das Scharkavirus.
‘Hauszwetsche’ und ‘Presenta’: Späte, aromatische Sorten, Erntezeit bis Mitte Oktober. ‘Hauszwetsche’ ist ebenfalls scharkavirusanfällig. 

Das Scharka-Virus
Neue Zwetschen- und Pflaumen-züchtungen sollen nicht nur gut schmecken, sondern vor allem resistent gegen einen Feind des blauen Steinobstes sein: Die Scharkakrankheit. Das Virus wird durch Blattläuse übertragen und führt zu braunen, verhärteten Stellen auf und in den Früchten. Die alte Standardsorte ‘Haus-zwetsche’ ist besonders scharka-virusanfällig im Vergleich zu den toleranten Züchtungen wie 'Hanita’ und ‘Katinka’. Die Sorte ‘Jojo’ gilt als resistente Züchtung. 

Leckere Rezepte mit den süßen Früchten

Credits

Text: Christiane Hüneke-Thielemann
Fotos: Catalin Petolea // Fotolia // Marina Jerkoviv// Picture Press // Dieter Heinemann // Stock Food // PR // Sweet-Family

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