Mistletoe close up
20. Dezember 2018

Mistelzweig: Los, Küssen!

„Kiss me under the mistletoe!“

Wenn zwei Menschen sich unter einem Mistelzweig küssen, werden sie ein Paar.

Kuss unter dem Mistelzweig – eine alte Tradition

Der Mythos der Mistel

So verspricht es eine hübsche Tradition, die besonders im europäischen Raum gepflegt wird. Deshalb hängen wir auch gerade in der Adventszeit gerne Mistelzweige an Türrahmen oder anderswo auf.

Die Mistelzweige mit ihren glänzenden dunkelgrünen Blättern und den glasig-weißen Beeren können einfach mit einer hübschen Schleife zusammengebunden werden und finden auch in Gestecken oder Kränzen ihren Weg in unsere Advents-Deko. Die Zweige halten lange – auch ohne Wasser.
Im Freien ist die Haltbarkeitszeit noch länger als in warmen Wohnräumen.

Sehr wichtig: Die Beeren, Blätter und Äste der Mistel sind leicht giftig und können bei Verzehr zu Übelkeit führen. Also bitte Kinder und Haustieren von der Mistel-Deko fernhalten.

Weiter unten im Artikel findet Ihr eine DIY Anleitung für einen Mistelkranz 😊

Die Mistel in der Natur

Im Blumenladen oder Gartencenter haben wir alle die dekorativen Mistelzweige schon einmal gesehen. Aber wie und wo wachsen Misteln eigentlich?
Die Lebensweise der Mistel ist raffiniert: Als so genannter Halb-Schmarotzer siedelt sie sich auf Bäumen, zum Beispiel Pappeln, Ebereschen und auch auf Apfelbäumen an. Misteln betreiben zwar selber Photosynthese, entziehen aber ihren Wirtspflanzen Nährsalze und Wasser. Mit der Zeit – Misteln wachsen sehr langsam – bilden die Pflanzen dann große, starkverzweigte Bälle oder Kronen aus, die man schon von weitem in den Wirtsbäumen erkennen kann. Sie blühen erst nach zirka fünf Jahren und setzen dann auch erst Beeren an.
Die Mistel in der Natur
Vögel sorgen für die Verbreitung der Misteln, in dem sie, nachdem sie die Beeren gefressen haben, die klebrigen Samen am Baum wieder von ihren Schnäbeln abstreifen – Und die sagen bleiben dann am baum hängen. Außerdem scheiden die Vögel die Samen auch wieder aus und dabei fällt das ein oder andere Samenkörnchen wieder auf einen neuen Wirtsbaum… Und eine neue Mistelpflanze kann heranwachsen.
Ihren botanischen Namen Viscum verdankt die Mistel übrigens diesen klebrigen Samen. Viscum bedeute so viel wie Leim. Bei uns ist die Weißbeerige Mistel (Viscum album), die auch als Laubholz-Mistel bezeichnet wird, verbreitet. Leider dehnt sie sich in Deutschland so weit aus, dass sie in der freien Natur mancherorts schon bekämpft werden muss.

Gefahr durch Misteln?

Der NABU warnt davor, dass ein mäßiger Befall durch Misteln zum Beispiel Streuobstwiesen gefährden kann – zurzeit ist dies eher in Süd- und Mitteldeutschland eine Gefahr. In Niedersachsen wird noch kein Mistel-Alarm geschlagen!
Gefahr durch die Misteln in Deutschland
Die Misteln entziehen den Obstbäumen häufig leider so viel Energie, dass die Bäume absterben. Gefährdet seien vor allem Apfelbäume. Für Kirsch-, Birn- und Pflaumenbäume besteht keine Gefahr. Es wird empfohlen im Spätwinter oder zeitigem Frühjahr die befallenen Baumäste gut einem halben Meter bis ins gesunde Holz abschneiden, damit keine Mistelrückstände mehr vorhanden sind.
Misteln richtig ernten
Misteln sind Wildpflanzen und dürfen als solche nicht in großem Umfang in der freien Natur geerntet werden – auch wenn sie nicht unter Naturschutz stehen. Seht ihr jedoch Mistelkronen, die bei Herbststürmen von ihren Wirtsbäumen geweht wurden, könnt ihr diese mitnehmen und als Deko verwenden. Im Garten oder auf Streuobstwiesen könnt ihr Misteln ebenfalls „pflücken“, natürlich stets nur im Absprache mit den Garten- oder Wiesenbesitzern – Das versteht sich von selbst!

Schnell gemacht: Mistelkranz binden

Auch Ihr könnt Euch ganz leicht und schnell einen Mistelkranz selbstmachen. Und das braucht Ihr dazu:
  • 1

    Ein paar Mistelzweige (möglichst frisch und biegsam)

  • 2

    Stabilen Bastel- oder Blumendraht für die Grundform

  • 3

    Myrtendraht zum Binden

Schritt 1: Kranz formen

Mistelkranz selbst binden DIY
Als erstes wird ein Kreis, in der gewünschten Kranzgröße aus stabilen Bastel- oder Blumendraht geformt. Dieser Kreis ist die Grundform des Kranzes.

Schritt 2: Sträußchen binden

Mistelzweig Blumenkranz DIY
Nun legt ihr immer ein paar kürzere Zweigabschnitte zusammen und bindet diese mit dünnem Draht zu kleinen Sträußen zusammen. Nach und nach werden diese Mistel-Sträuße dann mit dem dünnen Basteldraht am Drahtkreis festgebunden – Die Sträußchen sollten sich immer schön überlappen, damit die Drahtbindestellen nicht mehr ins Auge fallen.

Schritt 3: Dekorieren

Mistelkranz binden schnell und einfach
Ist der Kranz fertig, könnt ihr ihn mit einer schicken Schleife versehen und aufhängen oder liegender Weise in eure Advents-Deko integrieren.
Fertig!
Mistelzweig aufhängen
Damit steht diesem schönen Weihnachtsbrauch in der Adventszeit in Euren eigenen vier Wänden nichts mehr im Wege: Es darf losgeküsst werden!
Credits

Umsetzung: Lust auf grüne Ideen

Text: Bettina Rehm-Wolters

Fotos: AdobeStock

 

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