Stoppelmarkt Vechta Karussell
13. August 2018

Bier und Breakdancer - Stoppelmarkt in Vechta

Sechs Tage und sechs Nächte geht es im August rund in Vechta. Dann ist endlich wieder Stoppelmarkt. Was  als Pferde- und Viehmarkt begann, ist inzwischen Norddeutschlands größtes Volksfest.

Stoppelmarkt in Vechta

Vechta

Landkreis: Vechta
Einwohner: 31.660 
Erstmals urkundlich 
erwähnt: 1.188

Montagmorgen, 7 Uhr: In den Zelten auf dem Festgelände werden die letzten Zapfhähne zugedreht, selbst die wackersten Nachtschwärmer trotten nun nach Hause. Beim Viehmarkt auf einer Wiese nebenan aber geht das Treiben erst los. Wir sind auf dem Stoppelmarkt in Vechta.

Stoppelmarkt
Stoppelmarkt Vechta Viehmarkt und Volksfest
Schauen, streicheln, kaufen. Auf dem Pferde- und Viehmarkt von Vechta findet sich von Klein bis Groß so ziemlich alles, was Kinder - und Züchter- herzen begehren. Vom Wetter wollen wir jetzt mal nicht reden...
Stoppelmarkt Vechta Viehmarkt und Volksfest für alt und jung

Der Stoppelmarkt ist eine Kirmes der Superlative

Der Stoppelmarkt Mitte August in Vechta ist vor allem als Kirmes der Superlative bekannt: 800.000 Besucher, 500 Schausteller, 20 Festzelte. Sechs Tage feiern, flirten, trinken, tanzen, Autoscooter fahren und Zuckerwatte essen. Das größte Volksfest Norddeutschlands ist auch deshalb so besonders, weil es nach wie vor ein Fest der Einheimischen ist.  Mit Bräuchen und Ritualen: Dazu gehört, immer ­donnerstags als Auftakt, der historische Umzug vom Rathaus zum Festgelände auf der Westerheide. Oder der traditionelle Gottesdienst in der Niedersachsenhalle am Sonntag. Aber vor allem der Pferde- und Viehmarkt am Montag. „Er ist der Ursprung“, sagt Vechtas Bürgermeister Helmut Gels, „das Vergnügen hat sich erst später drumherum entwickelt.“ Das Treffen der Tierhändler gilt bis heute als traditionellster Teil des Marktgeschehens – mit Geschäften per Handschlag, Schnack auf Vechtaer Platt und deftigen Sprüchen.

„Alles da, nur keine Kuh mit Pferdehaar“, schallt es vom Stand von Reitsport Dittmann über die Wiese. Kurt Dittmann aus dem westfälischen Vlotho bietet von Satteln, Peitschen bis zu Hufglocken tatsächlich alles für den Pferdeliebhaber. Und nicht nur für den: Er greift zu einer Dose, auf der „Apothekers Pferdesalbe“ steht. „Wenn ich davon 100 Stück verkaufe, sind zwei für das Pferd und 98 für Oma und Opa. Das Knie einreiben, und schon rockt auch die Schwiegermutter wieder richtig ab.“ 

Stoppelmarkt Vechta Viehhändler
Gelassenheit: Viehhändler und Kleintierzüchter genießen die Atmosphäre in Vechta. Stolz präsentieren sie ihre zwei- und vierbeinigen Lieblinge. 
Ein paar Schritte weiter ist der Stand von Udo Koch, einer der größten des Markts, mit Lamas, Eseln, Schafen, Ziegen, weißen indischen Pfautauben und braun-gelben Paduaner Hühnern. „Ich komme seit 20 Jahren her, früher war hier alles voll mit Pferden, es ging hauptsächlich ums Kaufen und Verkaufen“, erzählt Koch. „Heute kommen viele Familien, wollen einfach nur Tiere gucken und streicheln.“ 
Das Leben ist ein Karussel. Es dreht sich langsam. Es dreht sich schnell.
Der Countdown läuft

Der 720. Stoppelmarkt in Vechta findet vom 16. bis 21. August 2018 statt.
Minutengenauer Countdown.

Stoppelmarkt Vechta das größte Volksfest in Norddeutschland
Vechta schafft es hier in de Bundeliga der großen Feste. – Thomas de Maizière –

Impressionen: Stoppelmarkt 2017

Stoppelmarkt in Vechta ein echtes Highlight
Auf Norddeutschlands größtem Volksfest wird sechs Tage lang gefeiert, gehandelt, getanzt – und auch mal auf die eine oder andere Plastikrose geschossen.

Spektakuläre Schwindligmacher auf dem Stoppelmarkt

Auf dem Stoppelmarkt sind die weltweit spektakulärsten Schwindligmacher vertreten: Im „Gladiator“ rotiert man auf 62 Meter Höhe! Ginge nicht alles rasend schnell, könnte man aufs „nur“ 48 Meter hohe Riesenrad hinabschauen. Bei der schwingenden Keule von „The King“ wirken enorme Fliehkräfte auf den Körper und im „Transformer“ sorgen Hoch-, Rund- und Überkopffahrten für Nervenkitzel.

Info
Der Stoppelmarkt wurde 1298 – ohne dass er damals schon diesen Namen trug – als Markt erstmals erwähnt. In früheren Zeiten wurde er in den Straßen der Stadt innerhalb der Festungsmauern abgehalten. Schon damals kamen Kaufleute aus vielen europäischen Staaten nach Vechta. Im Jahre 1577 wurde die Stadt Vechta von der Pest heimgesucht. Deshalb musste der Markt auf ein freies Feld außerhalb der Stadtmauern verlegt werden. Da auf dem Feld noch die Stoppelreste der letzten Ernte standen, hieß der Markt fortan Stoppelmarkt. Heute heißt Stoppelmark: Sechs Tage lang feiern, genießen und fröhlich sein. Auf dem 160.000 Quadratmeter großen Marktgelände bauen Jahr für Jahr über 500 Schausteller ihre Geschäfte auf. Darunter befinden sich etwa 20 große Restaurationszelte sowie 20 Großfahrgeschäfte der internationalen Spitzenklasse.
Credits

Text: Uwe Rasche
Fotos: Philipp von Ditfurth

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