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9. April 2018

Lecker Likörchen aus Bad Zwischenahn

"White Frisian" aus Milch und Korn

Er hat´s in sich: Der White Frisian. Florian Falk hat ihn erfunden. Der 32-Jährige setzte alles auf eine Karte, gründete ein Start Up und begab sich auf Geschmacksmission. Heraus kam ein Korn-Milch-Schnaps mit Karamellnote.

 

Alles auf einem Blick

Bad Zwischenahn

Bad Zwischenahn
Landkreis: Ammerland
Einwohner: 28.500
Erstmals urkundlich erwähnt: 12. Jhd.

Mit dem White Frisian anstoßen und mit Freunden feiern.
Der White Frisian ist ein Schnaps aus Milch und Korn.

Likör so weiß wie der Schnee in der norddeutschen Tiefebene. Auf dem ehemaligen Hof seiner Großeltern in Bad Zwischenahn (Ammerland) produziert Florian Falk seinen "White Frisian".

 

In vielen Töpfen rühren

Um der unvergleichlichen Note auf die Spur zu kommen hat Florian Falk Jahre gebraucht, hat an vielen Orten mit Zutaten experimentiert und in vielen Töpfen gerührt. Getreu seiner Philosophie: „Taste your way“ (Schmecke deinen Weg).

Heute steht 32-Jährige zufrieden auf dem ehemaligen Hof der Großeltern in Bad Zwischenahn im Ammerland und schaut auf den großen Stapel brauner Kartons mit abgefüllten Flaschen und der Aufschrift „White Frisian“.  Hier lagert das, wonach er mit seinem Geschmackssinn lange geforscht hat: ein Likör so weiß wie der Schnee in der norddeutschen Tiefebene.

Auf der Abi-Party war ich schon Barceeper. – Florian Falk –
Florian Falk hat den White Frisian erfunden.
White Frisian ist ein Likör aus Milch und Korn.

Dabei hat sein Leben so solide begonnen. Zehn Jahre ist Florian Falk seiner Arbeit als Bankkaufmann nachgegangen. Doch eine Erfahrung am Ende der Schulzeit lässt ihn nicht los. „Auf der Abi-Party war ich der Barkeeper,“ erzählt er. „Ich habe Getränke gemixt, die gut ankamen und gemerkt, dass ich einen guten Geschmack habe.“

Spirituosen aus Wodka

Als er sein Elternhaus verlässt und eine Wohnung in Metjendorf bezieht, mixt er nebenbei weiter. „Da habe ich angefangen, Spirituosen aus Wodka für den Eigenbedarf herzustellen“, erklärt er und spürt er immer deutlicher, dass die Bankarbeit nicht zu ihm passt. „Ich wurde immer unzufriedener und wollte mein eigenes Ding machen“, fasst er seine Gefühle aus der Zeit zusammen. So formuliert er den Slogan, der seinen Antrieb und seine Mission enthält und mit dem er nun sein Likör-Produkt umwirbt: „Taste your way“ - das ist meine Botschaft, das macht mir Spaß.“

Mit dieser Erkenntnis kündigt er 2014 seinen Job, nimmt eine Auszeit, zieht nach Süddeutschland. Er macht ein Praktikum in einer kleinen Brennerei und lässt sich zum Sommelier ausbilden. Ein Jahr braucht er, um sich zu orientieren. „Dann habe ich es gewagt“, erzählt Florian. Auf die Geschäftsidee, die ihm vorschwebt, ist er bei seiner früheren Freundin gestoßen. Sie hat einen Likör mit Milch gemixt. Er mischte Heidelbeeren, Brombeeren und Pfirsiche dazu. Aber der Absatz läuft nicht gut an. Die Rezeptur scheint ein wenig zu brav zu sein, zu wenig spektakulär.

Florian Falk zieht die Reißleine und schwenkt um. „So habe ich alles auf links gedreht und auf den „White Frisian“ gesetzt.“ Wieder steht der Ammerländer in der Küche, wechselt die Zutaten seiner Spirituosen und tüftelt mit Gewürzen. Nach einer Testphase von einem dreiviertel Jahr steht das Rezept: ein Likör aus mildem Weizenkorn, Kräutern und Milch mit einem Fettgehalt von 0,1 Prozent.

White_Frisian_Schnaps_Glas_Widder

Flaschen in Wohnung abgefüllt

Zunächst wird der Schnaps  im Bekanntenkreis herumgereicht. „So habe ich getestet, wie er ankommt.“ Die ersten 300 Flaschen füllt er in seiner Wohnung ab. Im nächsten Schritt will er sein kleines Unternehmen ausgebauen. Florian hat von seinen verstorbenen Großeltern einen Resthof geerbt. Dort richtet er eine Produktionsküche ein, die von den Behörden abgenommen wird. Die ersten 1800 Flaschen werden abgefüllt. Viel Arbeit, bei der auch seine Eltern mit anpacken. Deshalb kommt ein Abfüller in Oldenburg ins Spiel, wobei für ihn von Anfang an feststeht: „Es sollte kein Industrie-, sondern ein handwerkliches Produkt werden.“

Die Rezeptur war zu brav. Es musster was Spektakuläres her. – Florian Falk –
Florian Falk und Timo Schwindt stoßen mit ihrem White Frisian an.

Stößchen! Florian Falk (links) ist der "Erfinder" des White Frisians. Timo Schwindt kümmert sich um den Vertrieb.

Aber auch das lässt sich besser mit einem professionelles Marketing vertreiben. Die Sparte ist ihm als Betriebswirt nicht fremd und so setzt er sich mit einem befreundeten Graphiker zusammen, entwirft ein markantes Logo und lässt es patentieren. „Man soll sehen, wo das Produkt herkommt, deshalb haben wir den Widder genommen. Er steht für kraftvoll, energiegeladen und eigenwillig und passt halt super in den Norden“, schildert Falk. Sieht er sich selbst vielleicht auch so? Spontanes Nicken: „Klar“. Heimatverbunden sei er auch, ein echter Norddeutscher eben. Einen weiteren Norddeutschen holt er sich mit Timo Schwindt, einem früheren Bank-Kollegen, ins Boot. „Timo ist im Vertrieb tätig und hat das Gebiet um Oldenburg übernommen.“

White Frisian aus Bad Bentheim
Der Widder auf dem Logo steht für "kraftvoll", "energiegeladen", "eigenwillig" - und passt super in den Norden.

Neue Geschmacksrichtungen und vegan

Innerhalb eines Jahres hat der „White Frisian“ den Durchbruch am Markt geschafft. Angefangen bei den Hofcafés und Gastronomen über den Getränkegroßhandel bis in die Szene-Gastronomie in Metropolen. Zwar streben sie keine Größenordnung an wie bekannte Spirituosenhersteller in Deutschland, kümmern sich aber verstärkt um das Marketing. "Es soll ja keine Eintagsfliege werden“, sagen beide ehemaligen Bankkaufmänner. So setzen sie auch auf ihren Online-Shop. Die Weichen für die Zukunft sind ebenfalls gestellt: Neben Karamell soll es den „White Frisian“ in vier weiteren Geschmacksrichtungen geben und eine Alternative, die komplett vegan ist.

Flaschen in einem Karton.
Credits

Text: Margot Bischof

Fotos: Margot Bischof, PR

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