Pferde_Springen
31. August 2018

Hü, Hü, Hüddessum! Das große Reitturnier

An zwei Wochenenden hat der Harsumer Ortsteil Hüddessum viel Besuch. Dann findet das große Reitturnier statt, und alles, was Pferd, Rang und Namen hat, ist dabei. Damit das Großereignis auch tipptopp über die Bühne geht, packt das ganze Dorf tatkräftig an. Mit Leidenschaft, Eifer und Bauchtanztruppe.

Alles auf einen Blick

Harsum

Landkreis: Hildesheim
Einwohner: 11.466
Erstmals urkundlich 
erwähnt: 1022

Bed&Breakfast SahaRa in Lüneburg

„Heut ist so ein schöner Tag ... schalalalala“, schallt es aus den Lautsprechern, während die Reiter auf den Sandplatz traben. Für das Turnier in dem kleinen Dorf Hüddessum in der Hildesheimer Börde kommen jedes Jahr an die 300 Springreiter aus ganz Deutschland. Was einmal als kleiner „Tag des Pferdes“ begann, ist inzwischen eines der größten Turniere in der Region. 

Damit der Wettbewerb für große Namen des Reitsports wie Christian-Glienenwinkel, Dirk Klapport oder Thomas Brandt attraktiv bleibt, werden jedes Jahr zwei Turniere veranstaltet: Ein kleineres mit Einsteigerprüfungen und ein großes – die Herbstchallenge – mit schwereren Prüfungen.

Während die Zuschauer am Platzrand frisch gebackene Schokocreme-Crêpes und Garnelen in Cocktailsauce genießen, schreiten Reiter in weißen Turnierhosen den Kurs ab, zählen die Schritte von einem zum nächsten Spung und kalkulieren, ob sie die Kurve noch vor oder hinter dem Blumentopf kriegen.

Publikum Hüddesum Turnier
Wo laufen sie denn? Bei eisgekühltem Weißwein genießt das Publikum in der Abendsonne die Stimmung und das Turnier. Über 2.000 Zuschauer sind diesmal gekommen. Auf dem Abreiteplatz (rechts) lassen die Reiter ihre Pferde vor und nach dem Wettbewerb am langen Zügel Schritt gehen. Das beruhigt die Nerven von Tier und Mensch. 
Hüdessum
Zöpfe flechten: Die Pferde werden für ihren Auftritt schick gemacht. Das übernehmen die Helferinnen. Die Männer sind eher fürs Grobe zuständig. Schon Tage vor dem Turnier ist das ganze Dorf auf den Beinen.
Hüdesum Pferde Hindernisstangen

Rund und bunt: Kein Springreiten ohne die obligatorischen Hindernisstangen. Die wurden vor dem großen Tag frisch gestrichen.

Friso Bormann ein international erfolgreicher Springreiter
Zwei Herzen in Friso Bormanns Brust: Das eine schlägt für den Reitsport – der Harsumer ist ein international erfolgreicher Springreiter –, das andere für die Landwirtschaft und „Bauer Hermann“.
Pferdefamilie Bormann
Die Bormanns (von links nach rechts): Sohn Friso, Vater Franz auf „Zalandra“, Mutter Susanne, die Schwestern Finja und Ferike auf „Crazy Impossible“. Sie haben den Reitsport nach Harsum geholt. Bis auf Susanne Bormann, die in einer Apotheke arbeitet, sind alle vier Familienmitglieder mit dem Anfangsbuchstaben F erfolgreiche Springreiter. 

Das Beste kommt zum Schluss!

Was keiner verpassen sollte, kommt erst zum Schluss: Die große „Ein-Euro-Reiterparty“. Teufel, Bräute und Prinzen reiten zur Einstimmung wild grimassierend durch den Parcours. Danach wird bis zum Sonnenaufgang getanzt. Und weil das Leben kein Ponyhof ist, stehen Pferd, Reiter und die vielen Helfer in Hüddessum um acht Uhr morgens wieder artig auf dem Platz.

Vor und während der Turnierzeit sind wir ein Team, das fest zusammenhält, damit alles rundläuft. – Inga Albers, Polizistin aus Hüddessum –
Hüddesum Turnier
Hüddessum Turnier Spuren im Sand
Hüddessum Turnier Helfer
Pferdefamilie Bormann
Große Sprünge: Ferike Bormann hat dabei ihren Blick schon aufs nächste Hindernis gerichtet. Übrigens: Viele Pferde tragen „Hut“. Damit ist das Ohrnetz gemeint, das vor Fliegen schützt. Die meisten Reiter legen Wert darauf, dass Ohrnetz und Satteldecke farblich aufeinander abgestimmt sind. Es soll ja alles gut aussehen, schließlich springt das Auge mit. 
Pferde_Gewinner
Credits

Text: Vienna Gerstenkorn
Fotos: Sabine Bütter

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