Splashdiving
4. April 2018

Anmutige Arschbomben in Hameln

Wasserspaß im Weserbergland

In unserer Reihe "Unglaublich, aber echt" wird es heute in Hameln-Pyrmont echt bombig!

Alles auf einen Blick

Hameln

Landkreis: Hameln-Pyrmont
Einwohner: 57.342
Erstmals urkundlich 
erwähnt: 8. Jahrhundert

Splashdiving Sportart Timo Strohmeyer
Für die einen ist es ein Heidenspaß, für andere ein Sport: das Splashdiving. Timo Strohmeyer (links) von den „Mighty Frogs“ beherrscht die Kunst des klatschenden Aufpralls. Mit Wasser kennt er sich aus, mit Arschbomben noch besser. Timo kommt aus Hameln im Weserbergland und hat bereits im zarten Alter von sechs Jahren mit dem Wasserspringen angefangen. „Ich habe schon als Kind Rheuma bekommen. Damit hatten sich dann andere Sportarten wie Fußball erledigt.“ Sein Vater hat ihn regelmäßig zum Schwimmen mitgenommen und ihn immer wieder ermutigt, neue Sprünge zu lernen.

Splashdiving

„Irgendwann im Jugendalter sind wir dann mit ein paar Freunden auf die Idee gekommen, das Turmspringen mit imposanten Arschbomben zu verbinden“, erinnert sich Timo Strohmeyer. Und für diese „Sportart“ gibt es sogar einen Namen: Splashdiving. Das beinhaltet alle Sprünge, bei denen man das Wasser zuerst mit dem Gesäß berührt. Dabei kommen dann Variationen heraus, die „Cannonball“ (klassische Arschbombe), „Kartoffel“ oder „Yogi-Arschbombe“ heißen.
Splashdiving Sportart Timo Strohmeyer
Funfact
Den Sport hat man schon um 1700 in Hawaii betrieben. Dort heißt er „Lele Pahu“, was so viel bedeutet wie „Wie eine Trommel tauchen“.
Und Lärm macht es, wenn Gary Rea und Timo Strohmeyer von den „Mighty Frogs“ ihre Salti, Schrauben und vor allem ein möglichst imposantes Auftreffen auf die Wasseroberfläche üben.
Ich liebe es, wenn die Fontänen bis an die Schwimmhallendecke schießen. – Gary Rea –
Splashdiving WM Timo Strohmeyer und Gary Rea
Weltmeisterschaft Arschbomben WM Splashdiving
Splashdiving WM
Jumpchart: "Cannonball", "Kartoffel" oder doch lieber "Yogi-Arschbombe"?

Arschbomben-Könige

Ist das nicht gefährlich? „Bei einer Arschbombe vom 10-Meter-Brett habe ich mir mal das Steißbein gebrochen. Ansonsten tut es immer ziemlich weh, wenn man auf Gesicht oder Rücken klatscht“, erzählt Timo gelassen. Um die Landungen etwas abzufedern, gehen die Arschbomben-Könige meist mit einem Neoprenanzug ins Wasser. „Wir kennen hier in der Gegend jeden Schwimm-Meister und werden mit Handschlag begrüßt. Es ist schon ein gutes Gefühl, wenn man auf den Sprungturm klettert, es unten schön laut knallen lässt und dabei das halbe Schwimmbad zuschaut."
Splashdiving WM
Splashdiving WM Teilnehmer
Splashdiving WM Portrait Timo Strohmeyer und Gary Rea
Wo die beiden sind, spritzt das Wasser! Timo Strohmeyer (links) und Gary Rea zählen zu den besten Splashdivern Deutschlands. Im Weserbergland ist kein Schwimmbad vor ihren „großen Wellen“ sicher. Die Badegäste freut‘s!
Credits

Text: Jobst C. Höche
Fotos: Picture-alliance // dpa // Jobst C. Höche
Video: Edit & Kamera André Georg 

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